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7|2010 Norwegen
Fahren, schauen, staunen
Die »Nasjonale turistveger« – zertifizierte Touristenstraßen – erschließen die spektakulärsten Landschaften an den norwegischen Küsten und im Gebirge. Sie sind selbst bereits zur Sehenswürdigkeit geworden, denn am Straßenrand entstanden dank staatlicher Lenkung zahlreiche architektonisch anspruchsvolle Verkehrsbauten, mit denen sich v. a. junge Architekten profilieren konnten.
Raum ist in der kleinsten Hytte
Das »Landschaftshotel« in der malerischen Schlucht Gudbrandsjuvet folgt der norwegischen Tradition, die Freizeit in einer Hütte auf dem Lande zu verbringen, indem es seine Räume auf einfache Pavillons verteilt. Als minimale Eingriffe in die Natur verschmelzen sie mit der Landschaft und unterwerfen sich ganz ihrem Hauptzweck: dem Erleben der Natur.
Leuchtende Landmarke
Hammerfest will sich in seinem Zentrum neu erfinden und setzt auf das weithin sichtbare Kulturhaus als erstes Signal eines ehrgeizigen Stadtentwicklungsprogramms. Mit vielfältigen Angeboten soll es die Aufbruchstimmung in der gesamten Region untermauern; als Stadtsignet leistet es bereits gute Arbeit. Der Maßstabssprung und die für den Ort völlig neue Architektursprache deuten jedoch darauf hin, dass noch viel zu tun ist.
Oslo
Die nordische Metropole galt lange Zeit als verschlafen. Seit viele soziale Ziele des Wohlfahrtsstaats in trockenen Tüchern sind, stehen nun auch Gelder für Stadtentwicklungsprojekte zur Verfügung: Industriell geprägte Hafengebiete werden als Erweiterung der Innenstadt erschlossen; ehedem verrufene Arbeiterstadtteile mausern sich zu In-Quartieren, es weht ein neuer Wind. Doch sind dabei auch Fehlentwicklungen zu beklagen: Dem Wohnungsbau fehlt es an Qualität und der Glanz der prominenten Leuchtturmprojekte wird von städtebaulichen Mängeln in ihrem Umfeld getrübt.
Lernen im Schmuckkästchen
Das aufgrund seiner dekorativen, v. a. nachts funkelnden Fassade »Schmuckkästchen« genannte Gebäude schlägt in Norwegen hohe Wellen. Zunächst bietet es als Ort des fachlichen wie persönlichen Austauschs eine offene, kommunikative Atmosphäre. Die Zusammenarbeit zwischen Architekturbüro, Stadtbauamt, Denkmalschutzbehörde und etlichen Fachfirmen führte zudem – ausgerechnet im Land des Erdöls – zu einer Niedrigenergie-Lösung, die bereits einige nationale Preise erhalten hat.
Karge Katen in der Kälte
Ohne den Golfstrom wäre die arktische Inselgruppe Svalbard nicht bewohnbar. Neben Forschung und Bergbau ist der Tourismus die Haupteinnahmequelle der nur knapp 3000 Einwohner. Der kargen Landschaft und dem einfachen Lebensstil der Bevölkerung entsprechen die klar gestalteten und dennoch wohnlichen Holz-Reihenhäuser in Longyearbyen, die den in der streng reglementierten Siedlung vorherrschenden Bautypus neu interpretieren.









